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Zurück zu AktuellesMilitär Aktuell: „Österreich verfehlt 14 von 23 Verteidigungszielen“
Bericht auf militaeraktuell.at · 20. Oktober 2026
„Wie verteidigungsfähig ist Österreich tatsächlich?“ Mit dieser Frage beginnt der Bericht von Militär Aktuell über den Austrian Defence Monitor, den das Austrian Defence Lab kurz vor dem Nationalfeiertag vorgestellt hat.
Das Ergebnis fällt laut Militär Aktuell „ernüchternd“ aus: Bei 14 von 23 untersuchten Indikatoren liegt Österreich unter dem definierten Mindestziel, nur drei erreichen den Optimalwert. Besonders groß sind die Defizite bei der militärischen Landesverteidigung.
Der Bericht stellt auch das Austrian Defence Lab vor – mit Benedikt Schmidinger als Managing Director und Gründer sowie Leopold Schmertzing als Mitgründer und wissenschaftlichem Direktor. „Wir wollen die wissenschaftlich fundierte Pro-Defence-Stimme in Österreich sein“, sagt Schmidinger. Schmertzing ergänzt: „Unser gemeinsames Ziel ist, die strategische Handlungsfähigkeit Österreichs nachhaltig zu stärken, mit Daten und Argumenten – und mit dem Anspruch, diese in die öffentliche und politische Debatte zu bringen.“
Die Ergebnisse im Überblick
Im militärischen Bereich verfehlen acht von zehn Indikatoren das Mindestziel. Erreicht wird es nur bei den Kampfpanzern und – zumindest nominell – bei den rund 11.000 Soldaten, die binnen 48 Stunden einsatzbereit sein sollen. Große Lücken bestehen bei der bodengebundenen Luftverteidigung mittlerer und großer Reichweite, bei bewaffneten Drohnen und bei der Raketenartillerie; auch bei den Kampfflugzeugen gibt es Nachholbedarf.
In der zivilen Landesverteidigung hebt der Bericht die Schutzräume hervor: Plätze gibt es nur für fünf Prozent der Bevölkerung, der Monitor definiert einen Mindestwert von 70 Prozent. Nur etwa die Hälfte der Bevölkerung hat Lebensmittelvorräte für den Krisenfall angelegt. Eine Stärke sind die rund 320.000 aktiven Katastrophenschutzkräfte, vor allem die freiwilligen Feuerwehren.
Deutlich besser schneidet Österreich bei der wirtschaftlichen Landesverteidigung ab: Die strategische Gasreserve reicht für 90 Tage und erreicht den Optimalwert, Treibstoffreserven und Streuung kritischer Importe erfüllen die Mindestziele. Schwachstellen sind die gesichert verfügbare heimische Stromerzeugung und die Abhängigkeit von Halbleitern aus China, Hongkong und Taiwan. Bei der geistigen Landesverteidigung zeigt sich ein widersprüchliches Bild: 89 Prozent halten die Demokratie für die beste Staatsform, 70 Prozent beurteilen das Bundesheer positiv – aber nur 35 Prozent sind mit dem politischen System zufrieden, und nur 32 Prozent wären bereit, Österreich mit der Waffe zu verteidigen.
Eine notwendige Debatte
„Am Nationalfeiertag zeigt das Bundesheer, was es kann. Der Monitor zeigt erstmals im Gesamtbild, was Österreich noch fehlt“, so Schmertzing und Schmidinger im Bericht. „Wir zeigen bewusst Defizite auf, um das Sicherheitsniveau in Österreich langfristig zu heben. Diese Debatte ist nicht immer angenehm, aber sie ist notwendig, um den bestmöglichen Schutz in unserem Land zu schaffen.“
Alle 23 Indikatoren mit Zahlen, Zielen und Quellen finden Sie im Austrian Defence Monitor.
Quelle: Militär Aktuell, 20. Oktober 2026, Rubrik „Bundesheer Inside“. Zum Originalartikel: militaeraktuell.at. Bild: Ausschnitt aus der Website.